Archiv für den Monat: Januar 2015

Ambient + Kirche

Beitrag: Sebastian Weiler

Es war soweit: Mein erstes Ambient-Konzert stand an, und ich hatte keine wirkliche Ahnung von dem, was da auf mich zukommen sollte. Namen wie Poppy Ackroyd, 0 (Zero) oder Max Würden waren mir fremd. Nur meine Frau, mein lieber ambienterfahrener Freund Harald und die Ahnung, dass es um eine Variante der elektronischen Musik, bei der sphärische, sanfte, langgezogene und warme Klänge dominieren sollten begleitete mich auf dem Weg in die Kölner St. Aposteln Kirche.

Nicht nur wir, auch andere Menschen jeglicher Altersstufe und Couleur fanden sich zu dem Spektakel ein. Ich nehme mal an, dass das einerseits Freunde der elektronischen Musik, andererseits Liebhaber einer Form der modernen Klassik waren – also Ewig-Gestrige auf dem Weg in die Gegenwart und Ruhesuchende kurz vor dem Start in ein bewegtes Wochenende.

Die Kirche öffnete für den Event ihre Seitenschiffe, und man konnte es sich auf den üblichen Bänken oder auf dem mit Teppichen ausgelegten Boden rund um das Taufbecken bequem machen. Viele hatten wärmende Decken oder Schlafsäcke dabei, alles deutete darauf hin, dass wir einen angenehmen Abend verleben würden. Auch die Lichtinstallationen tauchten das Innere der Kirche in für sakrale Räume fremde aber durchaus willkommene Farbspiele. Die freudige Erwartung an den Musikgenuss stieg.

ambientkirche_eindruecke

Es begann die Formation 0 (Zero), die ich lieber nicht kennengelernt hätte, und die es beinahe geschafft hätte mich in einer Kirche zum Schreien zu bringen. Eine Komposition eines amerikanischen Komponisten für Triangel sollte mein Einstieg in die Ambient-Szene sein. Unter klangexperimentellen Gesichtspunkten bestimmt eine Bereicherung. Musikalisch fehlte es schlicht und einfach an Musik, und das über 10 Minuten lang – ting ting ting mal schnell, mal langsamer, aber immer furchtbar durchdringend, dass es schon im Ohr schmerzte. Die darauf folgenden Lieder waren dann eine Fortführung des schon Gehörten unter Zuhilfenahme von Cello, Gitarre und elektronischem „Gewaber“. Als das dann glücklicherweise nach 50 Minuten endete, war es vielen Besuchern daran gelegen, die Räumlichkeiten schnell und ohne Wiederkehr zu verlassen.

Wir hielten uns tapfer und das war unser Glück. Ab jetzt begann der versöhnliche Teil der Veranstaltung. Sehr angenehm und tatsächlich auch mit Rhythmus startete die Engländerin Poppy Ackroyd ihren Auftritt – Entschädigung pur! Eine sich sichtlich wohl fühlende Pianistin/Geigerin spielte eine Mischung aus zeitgenössischer elektronischer Musik und klassischer Klaviermusik mit leicht lieblichen aber nie zu kitschigen Elementen. Es fiel nicht schwer, sich auf die Musik einzulassen.

Der letzte Interpret im Reigen, Max Würden aus Köln, arbeitete dann so, wie ich mir Ambient im Vorfeld vorgestellt hatte. Mit zahlreichern organischen Samples, atmosphärischen Fieldrecordnings erschuf er intensive, weite Klanglandschaften mit komplexen, treibenden Rhythmen. Ein schöner Abschluss für einen dann doch gelungenen Abend.

Es sieht so aus, als würde ich im nächsten Jahr nochmal in die Kirche gehen…

Ich habe heute leider kein Foto für euch

In diesem Beitrag will ich nicht über Germanys next Topmodel oder Heidi Klum schreiben und auch nicht über diese lustige App, bei der man sich aufnehmen kann während man Sprüche und Zitate berühmter Menschen nachspricht und diese Videos dann in der Welt verbreiten kann. Nein, es geht um Germanys next Top-Vegetable: die Steckrübe.
Leider habe ich kein Foto gemacht, da ich gar nicht vorhatte über diese Wruke oder Kohlrübe zu schreiben. Das gestrige  Abendmahl aber war so lecker, dass ich über das zu unrecht verkannte Gemüse schreiben muss.
Alles fing damit an, dass ich vorgestern aus der Steckrübe fingerdicke Stücke geschnitten, bißfest gekocht und mit einer Mehlschwitze als Gemüsebeilage zu Fisch gereicht habe, lecker, aber nicht zum ausflippen. Gestern jedoch wollte ich die übrig gebliebenen Reste davon verwerten und habe diese dann püriert und mit Kartoffeln,  Butter und Muskatnuss zu einem Püree verwandelt. Der zarte Buttergeschmack passt einfach hervorragend zu den Kohlrüben. Der Kartoffelbrei mit der preußischen Ananas, wie sie auch genannt wird, schmeckt so gut, dass er nun in meinem Familienkochbuch einen Platz findet. Über den Eintopf bzw die Minestrone mit Steckrübe oder was man noch spannendes daraus machen kann schreib ich vielleicht ein anderes Mal.

Fazit 2014

Alles in allem war es ein gutes Jahr und bevor es wieder mit neuen Beiträgen losgeht möchte ich erst mal Bilanz ziehen und noch mal auf ältere Beiträge eingehen.
Aber zuvor möchte ich euch 365 glückliche Tage im Jahr 2015 wünschen und natürlich auch viel viel Glück.
2015Die Feigenschwemme, mein erster Beitrag, handelte von der Herstellung eines Feigenlikörs und in wertvolle Zwetschgenkerne schrieb ich über die Zubereitung eines Amarettolikörs. Der Zwetschgenkernlikör ist jedenfalls der Renner des Jahres geworden und wird gerne von meinen Gästen im Espresso oder Kaffee getrunken. Zum Backen und als Alternative zum künstlichen Bittermandelaroma ist er auch bestens geeignet.
Der Feigenlikör ist nicht ganz so fruchtig geworden, wie ich mir das gewünscht habe – werde also noch mal die Rezeptur überdenken. Zum Backen und zur Marmeladenherstellung wird er aber auf jedenfall zum Einsatz kommen und das Urteil der Gäste steht auch noch aus, da es noch keine Verkostung gab. Falls sich unter den Lesern ein erfahrener Likörhersteller verbirgt – ich bin für Anregungen, Erfahrungen und Kommentare dankbar.

In dem Artikel Paris Fashion Week (vom September 2014) habe ich über die Arbeit an einem Strickrock geschrieben. Ich kann euch sagen , dass der Rock pünktlich Heiligabend fertig geworden ist. Die Arbeit hat sich gelohnt und wenn ich stetig gestrickt hätte wäre er sicher in einer Woche fertig gewesen, so hat es leider etwas länger gedauert.
strickrock