Fernweh

sommer_im_blick

Da es noch ein Weilchen hin ist, bis ich in Urlaub fahre lindere ich mein Fernweh mit einer kulinarischen Reise nach Madeira, und zum Einstimmen mixe ich mir erst mal eine Poncha. Die Poncha ist ein Cocktail aus Orangensaft, Zitronensaft, Honig und Aguardente. Aguardente, also brennendes Wasser ist ein Zuckerrohrschnaps und falls man keinen typisch madeirischen hat, kann man auch zum Cachaça greifen.

Poncha

Für eine Portion benötigt man:
2cl Orangensaft
1cl Zitronensaft
2cl Honig
2cl Aguardente
und vor allen Dingen ein wichtiges Utensil aus Holz namens Caralhinho,
was soviel wie kleiner Penis oder Pimmelchen bedeutet.
Für diese Assoziation braucht man allerdings ein bisschen Fantasie.

madeira_00
Dank an Harald und Elke für diese Urlaubsmitbringsel. :-))

madeira_02 madeira_01

Nun alles zusammen schütten und gut mixen mit dem Caralhinho. Ich habe, obwohl das nicht typisch ist, noch Eiswürfel hinzugefügt, da die Poncha mir gekühlt besser schmeckt. Da dieser Aguardente 50 Undrehungen hat und man später nicht solche Bilder sehen möchte,

psychedelisch
braucht man unbedingt etwas festes für den Magen und zwar Bolo do caco, ein Fladenbrot aus Süsskartoffeln, das dick bestrichen mit Knoblauchbutter gegessen wird.

Bolo do caco

1 kg Mehl
750 g gar gekochte Süsskartoffeln durch die Presse gedrückt
1 Hefewürfel
150 ml Wasser
1 EL Salz

Man mischt alle Zutaten zu einen Brotteig (die Hefe natürlich vorher in etwas lauwarmem Wasser auflösen) und lässt ihn dann ca. 1 Stunde ruhen. Zur Menge des Mehls möchte ich noch hinzufügen, dass ich bisher noch nie 1 Kilogramm benutzt habe, sondern höchstens 800-900 g. Am besten gibt man also das Mehl nach und nach dazu und schaut das der Teig nicht mehr klebt. Mit mehr Mehl wird der Teig etwas klobiger und ich finde den Teig fluffig besser. Es funktioniert gleichermaßen mit normalem Weizenmehl, wie auch Dinkelmehl.

madeira_03   madeira_04   madeira_08

Aus dem Teig formt man Tennisball-große Kugeln und wellt sie zu einem kleinen Fladenbrot und lässt sie nochmals ca. 30 Minuten gehen. Dann werden sie auf einem Grill mit Pizzastein gebacken.

madeira_06   madeira_07

Der Stein sollte nicht zu heiss werden, sonst verbrennen sie bevor sie gar sind, aber ich habe mir sagen lassen, dass die angebrannten wie das Original schmecken.

Bom apetite

Ein Trauerspiel

romeoliebtjulia

Ich habe keine Ahnung, was sich der Graffiti-Künstler dabei gedacht hat, aber für mein Empfinden passt es sehr gut an die Stelle dieser Bensberger Ruine, da es ein unglücklich endendes Trauerspiel darstellt.

Zur Info: Für diese nun zum Abriss stehenden Ruine wurden Menschen ihres Zuhauses beraubt, natürlich nur zum Wohle der Allgemeinheit.

bensberger_idyll_01

bensberger_idyll_02

Was hätte Goethe wohl dazu gesagt, der ja in Bensberg war.
Und wer schon mal in Weimar war, wo Goethe gelebt und gewirkt hat weiß, dass im Illmpark auch eine Shakespeare-Statue steht, in der Nähe der „künstlichen Ruine“.
Und hier noch ein Fundstück:

Fischbach-Goethe

Hijiki — ひじき

Exotisches auszuprobieren ist eine meiner Leidenschaften, und Dank der vielen netten Menschen um mich herum bekomme ich immer wieder kleine, mir fremde und die Sinne reizende Dinge geschenkt, worüber ich mich sehr freue. Das Mitbringsel aus Japan nennt man Hijiki und ist etwas, was ich wirklich noch nicht bewusst gegessen habe. Hijiki ist eine Braunalge, die reich an Kalzium, Eisen und Magnesium ist und daher sehr gesund (wenn man Fukushima und den Zustand der Weltmeere mal ausser Acht lässt). Sie ist getrocknet und sieht aus wie Teeblätter. Da ich die japanischen Schriftzeichen nicht lesen kann wurde mir übersetzt, wie ich sie zuzubereiten habe. Tatsächlich hat die Zubereitung etwas von Tee aufsetzen, aber dazu komme ich gleich. Der Seetang wird als Salat- oder Reiszutat benutzt und ich habe mich für die Salatvariante entschieden, da es mir sehr gut geschmeckt hat werde ich nun beschreiben was ich gemacht habe, um aus den Algen einen leckeren Salat zu machen.

hijiki_01

So sieht die Packung aus und für diejenigen, die Japanisch lesen können habe ich auch die Rückseite abgebildet.

hijiki_02

Auf der Packung steht glaube ich, dass man den Seetang mit heißem Wasser übergiesst und 20 Minuten quellen lässt. Ich habe mich aber an die Anleitung einer japanischen Kochbuchautorin gehalten, die schreibt man solle den Seetang ca. 10  Minuten in lauwarmen Wasser einweichen und dann abgießen, denn wenn er zu lange quillt wird er zu weich. Als Mengenangabe möchte ich noch hinzufügen, dass ich für 2 Personen einen gehäuften Esslöffel genommen habe.

hijiki_03

Alles weitere kennt jeder, der schon mal einen Rohkostsalat hergestellt hat.

Für zwei Personen:

1 kleine Möhre raspeln
etwas Gurke raspeln
1 rote Zwiebel in feine Halbringe schneiden
1 Hand voll Zuckerschoten in feine Streifen schneiden

Man kann natürlich auch andere Gemüse, die sich zur Herstellung eines Rohkostsalates eignen nehmen und Blattsalate ebenfalls!

Dressing:

1  Sardellefilet
2 EL Pflanzenöl
1 EL Apfelessig
etwas brauner Zucker
Pfeffer
etwas Sojasauce

Jetzt alles mischen und auf einem schönen Teller herrichten, denn darauf legt man in Japan sehr viel Wert und ich finde es auch viel netter, wenn etwas hübsch angerichtet ist.
Als Anmerkung möchte ich noch hinzufügen, dass Hijiki gar nicht so sehr nach Meer schmeckt wie ich dachte, ist also auch für Algen-Anfänger geeignet.

 

 

Farbenfroher Blumenkohl

Neulich in Thüringen habe ich bunten Blumenkohl gefunden und war von dieser Farbenpracht ziemlich begeistert. Mir blieb also nichts anderes übrig, als diese bunten Miniblumenkohlköpfe mitzunehmen.

Damit der Kohl nicht seine Farbe verliert sollte man ihn entweder Dämpfen oder einen Schuss Essig ins Kochwasser geben oder 8 Sekunden kochen, dann abkühlen lassen und hinterher gar kochen. Ich habe mich fürs dämpfen entschieden und er war nach dem Kochen genauso farbenfroh wie vorher. Serviert habe ich ihn dann mit Käsesauce und einem Olivenöl-Kartoffelstampf mit getrockneten Tomaten und frischem Bärlauch.

Ich möchte noch hinzufügen, dass der Blumenkohl doch ein bißchen anders schmeckt, als der weisse. In einer Blindverkostung konnte ich sogar die Farbe erkennen, was ich sehr erstaunlich fand, damit habe ich gar nicht gerechnet.

Da der Blumenkohl einen fraktalen Aufbau hat, habe ich auch ein paar fraktale Bilder generiert. Ich finde sie so niedlich, dass ich sie in den Reigen meiner psychedelischen Phase in meinem entstehenden Bilderbuch aufnehmen werde. Natürlich wird meine einsame Hauptdarstellerin in den Illustrationen nicht fehlen.

psychedelischer Wald

fraktaler karfiol

 

Psychonaut

neuronengespräch

Psychonauten erforschen die eigene Psyche mithilfe von Meditation oder aber  psychoaktiven Substanzen und bewegen sich so im neuronal vernetzten Gehirn.

Wie in dem Beitrag „Inspiriert von Dante“ schon erwähnt arbeite ich zur Zeit an der Bilderwelt einer Figur, die auf der Suche nach sich Selbst ist.  Die bildlichen Darstellungen der inneren Einkehr bzw. das Gespräch mit den Neuronen habe ich wie man oben sieht in verschiedenen Varianten ausprobiert und kam auf die Idee diese zu einem animierten gif zusammenzufügen.

Denim – Eine Reinkarnation

Alte Jeanshosen wiederzuverwerten ist ja kein neuer Trend, denn den gab es in den70er/80er Jahren auch schon. Heutzutage nennt man das Upcycling, aber viel geändert hat sich nicht. Es werden Kissen, Taschen und sonstiges Zeug daraus kreiert, mal schön und mal weniger schön. Auch ich habe es das ein oder andere mal schon gemacht, aber so ein richtiges Lieblingsstück ist nie daraus geworden, doch diesmal konnte ich den alten Hosen neues Leben einhauchen und möchte mich an dieser Stelle auch mal selber loben.

Alles was man dazu braucht sind ein paar alte Hosen, die man auftrennt oder aufschneidet und einen einfachen Kimonoschnitt. Da manche Jeansstoffe sehr schöne Webkanten haben, habe ich mir auch die Mühe gemacht manche Beinteile aufzutrennen, damit ich die Webkante sichtbar einsetzen konnte. Der schwierige Part ist dann die Teile so zu drapieren, dass ein schönes Muster entsteht. Dann gehts ans Nähen und fertig ist das Kleidungsstück.

Da ich diese Modebloggerfotos nicht leiden kann, hatte ich die Jacke auf der Schneiderpuppe fotografiert, aber das wirkte irgenwie fade und leblos, also hab ich  doch vor dem Spiegel posiert.

Hier also ein paar Impressionen einer gelungenen Wiedergeburt:

jeansjacke_03

jeansjacke_05   jeansjacke_02jeansjacke_04 jeansjacke_01.

 

 

 

Home Taping

In meiner Jugend wurden ja noch Mix-Tapes hergestellt und ich erinnere mich gerne an diese kleinen Präsente meiner Freunde. Viele dieser Kassetten sind heute noch in meinem Besitz, aber klanglich leider kein Genuss mehr.

Bei der modernen Variante eines „Mix-Tapes“ wird der Musikmix direkt ins Netz gestellt und die ganze Welt kann zuhören.

Danke Demis Lušjak!

Soundcloud Demis Lušjak

musik