Hirnlose Wesen

Dies soll kein Artikel über die zur Zeit amtierenden Herrscher dieser Welt werden, nein, ich schreibe nur über die Protagonisten meines noch im Entstehen begriffenen Bilderbuchs.
Die Hauptdarstellerin in diesem Buch ist eine kleine Puppe, die sich, von der Sehnsucht getrieben, auf den Weg macht, etwas wie Glück und Zufriedenheit zu finden. Sie begibt sich also auf die Suche nach der „blauen Blume“, um das Symbol aus der Romantik zu benutzen. Durch die Wanderschaft versucht die kleine Puppe, deren Name ich noch nicht verraten möchte, mithilfe der Natur Glück und Liebe zu finden, um Geist und Seele zu vereinen und letztlich sich selbst zu finden.

Auf dieser Reise begegnet sie einer Qualle. Obwohl diese glibbrigen Viecher nicht gerade Schmusetierchen sind und Begenungen mit Ihnen schmerzhaft sind,  ja sogar dramatisch enden können, da sie zu den giftigsten Tieren dieser Erde gehören, finde ich sie unwahrscheinlich schön und ihre Bewegungen sind geradezu anmutig. Quallen bestehen zu 99% aus Wasser und haben kein Gehirn was angeblich immer der Beweis für eine Kreatur niederer Herkunft ist, dennoch besitzen diese Glibbertiere hochentwickelte Fähigkeiten. Würfelquallen haben z.B. 24  Augen, die auf 8 Meter Distanz sehen können, Quallen können schlafen und sicherlich gibt es noch mehr verblüffende Eigenschaften, die ich nicht erwähnt habe, aber daran kann man erkennen, dass das Gehirn und vor allem die Größe desselben völlig überbewertet wird.

Was genau die beiden Figuren erleben werden kann man demnächst nachlesen und das Folgende ist nur ein Art von Brainstorming.

UltraMarin

Schwerelos 
Treibe ich durch die Tiefen des Meeres
Ultraleicht
Gleiten meine Tentakel durch das flüssige Nass
Himmel und Ozean sind Jenseits von Blau
Ich fliege 
Federleicht

 

Ob echt oder gefaked…

pfirsischernte

… ich liebe beide Varianten.
Als ich neulich meine Pfirsiche geerntet habe fiel mir ein, dass ich schon seit längerem ein Rezept posten wollte, ich habe dies aber nie getan, da ich das Plätzchenrezept noch optimieren wollte. Es ist zwar gut, aber es geht noch besser. Jedenfalls kann ich sagen, dass ich sie in Italien schon besser gegessen habe. Meine Tante hatte sie öfter gebacken, aber da sie leider verstorben ist kann ich sie nicht mehr fragen. Wie so häufig, das Internet wusste Rat und so konnte ich diese wunderbaren falschen Pfirsiche doch nachmachen.

 

250 gr Mehl
100 gr Zucker
1 Ei
75 gr Butter
Etwas Milch
Zitronenschale
Backpulver 1/2 Päckchen

Butter und Zucker mixen, dann ein Ei zufügen und die restlichen Zutaten zu einem Teig rühren (nur wenn nötig etwas Milch zugießen, es kommt immer auf die Größe der Eier an).
Aus dem Teig Kügelchen formen und in einem nicht zu kleinen Abstand voneinander aufs Backblech legen und bei 180 Grad ca 10 – 15 Minuten backen.Die ausgekühlten Kekse aushöhlen und mit Konditorcreme füllen. Ich hatte in diesem Falle mal Schokocreme ausprobiert, finde aber eine einfache Konditorcreme leckerer und auch ästhetischer.Dann in Alchermes tunken. Alchermes ist ein italienischer Bitterlikör, der Campari ähnelt, aber süßer ist und fast ausschließlich für die Patisserie genutzt wird.Anschließend in Hagelzucker wälzen. Dann noch hübsch dekorieren und die „pesche finte“ sind fertig.
(le finte pesche all’alchermes)

Da die Herstellung sehr aufwendig ist , habe ich noch nicht so viele Versuche unternommen die Grundmasse der Kekse zu verbessern. Im Netz gibt es zahlreiche Versionen. Einige sind mit einem Hefeteig, aber meine Tante hatte, glaube ich, einen bisquitartigen Teig. Der darf natürlich nicht zu fein sein, sonst fällt ja beim Füllen und Tunken alles auseinander. Wie Ihr ahnen könnt wird es noch einige Zeit dauern bis ich  den perfekten Teig gefunden habe.

Viel Spaß beim Nachbacken!

In der Weihnachtsbäckerei

Jedes Jahr aufs neue bekomme ich Quitten geschenkt, worüber ich mich sehr freue, da ich Quittensaft liebe. Den herzustellen ist kinderleicht, man säubert und entkernt die Quitten, die dann zerkleinert in Wasser gekocht werden. Ich persönlich lasse das Ganze noch über Nacht stehen, gieße dann den Saft ab und koche ihn mit etwas Zucker und Zitronensaft und fülle alles heiß in Flaschen. Zum besseren haltbar machen koche ich sie noch mal 30 Minuten im Wasserbad (geht auch im Backofen).

Übrig bleibt dann ein Kompott aus dem man ein hervorragendes Mus machen kann, welches man anstelle von Apfelmus verwenden kann (zum Bsp. im Kuchen). Ich püriere es nur und schmecke mit Zucker ab. Allerdings ergibt das meist sehr viel Mus, einiges fülle ich in Gläser oder friere es ein und aus dem Rest mache ich Quittenbrot, eine Art  Fruchtgummi.
Das Quittenbrot ist soweit ich weiss eine portugisische Spezialität, auch Dulce de membrillo genannt und kann so, als kleine Süßigkeit oder zu Käse gegessen werden. Die Herstellung ist allerdings sehr mühsam, da man das Mus mindestens 1,5 Stunden unter ständigem rühren kochen muss. Es ist erst gut wenn man mit dem Löffel durch den Brei geht und eine „Strasse“ stehen bleibt. Dann muss der Brei, der ca 1 – 2 cm dünn auf ein geöltes Backpapier gestrichen wird, noch ca 2 Stunden oder länger im mittelheissen Backofen trocknen.  Ich trockne das Quittenbrot noch ein paar Tage an der Luft bei Zimmertemperatur. Es ist Geschmackssache, wie weich oder hart es sein sollte.

Damit nicht genug, denn aus dem Quittenbrot werden noch Dominosteine.

duchgescnittener Dominostein

Man backt einen Lebkuchenteig als Grundlage und stapelt das Ganze mit dem Quittenbrot und Marzipan.

dominosteinschichtung

Dann muss nur noch Kuvertüre drüber.

dominosteine schokolieren

Und zum Schluss können sie zum Adventskaffee gegessen werden.

adventskerze

Dieses Jahr sind es ca 120 Stück geworden.

gestapelte Dominosteine

 

 

 

Fernweh

sommer_im_blick

Da es noch ein Weilchen hin ist, bis ich in Urlaub fahre lindere ich mein Fernweh mit einer kulinarischen Reise nach Madeira, und zum Einstimmen mixe ich mir erst mal eine Poncha. Die Poncha ist ein Cocktail aus Orangensaft, Zitronensaft, Honig und Aguardente. Aguardente, also brennendes Wasser ist ein Zuckerrohrschnaps und falls man keinen typisch madeirischen hat, kann man auch zum Cachaça greifen.

Poncha

Für eine Portion benötigt man:
2cl Orangensaft
1cl Zitronensaft
2cl Honig
2cl Aguardente
und vor allen Dingen ein wichtiges Utensil aus Holz namens Caralhinho,
was soviel wie kleiner Penis oder Pimmelchen bedeutet.
Für diese Assoziation braucht man allerdings ein bisschen Fantasie.

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Dank an Harald und Elke für diese Urlaubsmitbringsel. :-))

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Nun alles zusammen schütten und gut mixen mit dem Caralhinho. Ich habe, obwohl das nicht typisch ist, noch Eiswürfel hinzugefügt, da die Poncha mir gekühlt besser schmeckt. Da dieser Aguardente 50 Undrehungen hat und man später nicht solche Bilder sehen möchte,

psychedelisch
braucht man unbedingt etwas festes für den Magen und zwar Bolo do caco, ein Fladenbrot aus Süsskartoffeln, das dick bestrichen mit Knoblauchbutter gegessen wird.

Bolo do caco

1 kg Mehl
750 g gar gekochte Süsskartoffeln durch die Presse gedrückt
1 Hefewürfel
150 ml Wasser
1 EL Salz

Man mischt alle Zutaten zu einen Brotteig (die Hefe natürlich vorher in etwas lauwarmem Wasser auflösen) und lässt ihn dann ca. 1 Stunde ruhen. Zur Menge des Mehls möchte ich noch hinzufügen, dass ich bisher noch nie 1 Kilogramm benutzt habe, sondern höchstens 800-900 g. Am besten gibt man also das Mehl nach und nach dazu und schaut das der Teig nicht mehr klebt. Mit mehr Mehl wird der Teig etwas klobiger und ich finde den Teig fluffig besser. Es funktioniert gleichermaßen mit normalem Weizenmehl, wie auch Dinkelmehl.

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Aus dem Teig formt man Tennisball-große Kugeln und wellt sie zu einem kleinen Fladenbrot und lässt sie nochmals ca. 30 Minuten gehen. Dann werden sie auf einem Grill mit Pizzastein gebacken.

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Der Stein sollte nicht zu heiss werden, sonst verbrennen sie bevor sie gar sind, aber ich habe mir sagen lassen, dass die angebrannten wie das Original schmecken.

Bom apetite

Ein Trauerspiel

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Ich habe keine Ahnung, was sich der Graffiti-Künstler dabei gedacht hat, aber für mein Empfinden passt es sehr gut an die Stelle dieser Bensberger Ruine, da es ein unglücklich endendes Trauerspiel darstellt.

Zur Info: Für diese nun zum Abriss stehenden Ruine wurden Menschen ihres Zuhauses beraubt, natürlich nur zum Wohle der Allgemeinheit.

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Was hätte Goethe wohl dazu gesagt, der ja in Bensberg war.
Und wer schon mal in Weimar war, wo Goethe gelebt und gewirkt hat weiß, dass im Illmpark auch eine Shakespeare-Statue steht, in der Nähe der „künstlichen Ruine“.
Und hier noch ein Fundstück:

Fischbach-Goethe

Hijiki — ひじき

Exotisches auszuprobieren ist eine meiner Leidenschaften, und Dank der vielen netten Menschen um mich herum bekomme ich immer wieder kleine, mir fremde und die Sinne reizende Dinge geschenkt, worüber ich mich sehr freue. Das Mitbringsel aus Japan nennt man Hijiki und ist etwas, was ich wirklich noch nicht bewusst gegessen habe. Hijiki ist eine Braunalge, die reich an Kalzium, Eisen und Magnesium ist und daher sehr gesund (wenn man Fukushima und den Zustand der Weltmeere mal ausser Acht lässt). Sie ist getrocknet und sieht aus wie Teeblätter. Da ich die japanischen Schriftzeichen nicht lesen kann wurde mir übersetzt, wie ich sie zuzubereiten habe. Tatsächlich hat die Zubereitung etwas von Tee aufsetzen, aber dazu komme ich gleich. Der Seetang wird als Salat- oder Reiszutat benutzt und ich habe mich für die Salatvariante entschieden, da es mir sehr gut geschmeckt hat werde ich nun beschreiben was ich gemacht habe, um aus den Algen einen leckeren Salat zu machen.

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So sieht die Packung aus und für diejenigen, die Japanisch lesen können habe ich auch die Rückseite abgebildet.

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Auf der Packung steht glaube ich, dass man den Seetang mit heißem Wasser übergiesst und 20 Minuten quellen lässt. Ich habe mich aber an die Anleitung einer japanischen Kochbuchautorin gehalten, die schreibt man solle den Seetang ca. 10  Minuten in lauwarmen Wasser einweichen und dann abgießen, denn wenn er zu lange quillt wird er zu weich. Als Mengenangabe möchte ich noch hinzufügen, dass ich für 2 Personen einen gehäuften Esslöffel genommen habe.

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Alles weitere kennt jeder, der schon mal einen Rohkostsalat hergestellt hat.

Für zwei Personen:

1 kleine Möhre raspeln
etwas Gurke raspeln
1 rote Zwiebel in feine Halbringe schneiden
1 Hand voll Zuckerschoten in feine Streifen schneiden

Man kann natürlich auch andere Gemüse, die sich zur Herstellung eines Rohkostsalates eignen nehmen und Blattsalate ebenfalls!

Dressing:

1  Sardellefilet
2 EL Pflanzenöl
1 EL Apfelessig
etwas brauner Zucker
Pfeffer
etwas Sojasauce

Jetzt alles mischen und auf einem schönen Teller herrichten, denn darauf legt man in Japan sehr viel Wert und ich finde es auch viel netter, wenn etwas hübsch angerichtet ist.
Als Anmerkung möchte ich noch hinzufügen, dass Hijiki gar nicht so sehr nach Meer schmeckt wie ich dachte, ist also auch für Algen-Anfänger geeignet.