Archiv der Kategorie: Essen und Genießen

Ob echt oder gefaked…

pfirsischernte

… ich liebe beide Varianten.
Als ich neulich meine Pfirsiche geerntet habe fiel mir ein, dass ich schon seit längerem ein Rezept posten wollte, ich habe dies aber nie getan, da ich das Plätzchenrezept noch optimieren wollte. Es ist zwar gut, aber es geht noch besser. Jedenfalls kann ich sagen, dass ich sie in Italien schon besser gegessen habe. Meine Tante hatte sie öfter gebacken, aber da sie leider verstorben ist kann ich sie nicht mehr fragen. Wie so häufig, das Internet wusste Rat und so konnte ich diese wunderbaren falschen Pfirsiche doch nachmachen.

 

250 gr Mehl
100 gr Zucker
1 Ei
75 gr Butter
Etwas Milch
Zitronenschale
Backpulver 1/2 Päckchen

Butter und Zucker mixen, dann ein Ei zufügen und die restlichen Zutaten zu einem Teig rühren (nur wenn nötig etwas Milch zugießen, es kommt immer auf die Größe der Eier an).
Aus dem Teig Kügelchen formen und in einem nicht zu kleinen Abstand voneinander aufs Backblech legen und bei 180 Grad ca 10 – 15 Minuten backen.Die ausgekühlten Kekse aushöhlen und mit Konditorcreme füllen. Ich hatte in diesem Falle mal Schokocreme ausprobiert, finde aber eine einfache Konditorcreme leckerer und auch ästhetischer.Dann in Alchermes tunken. Alchermes ist ein italienischer Bitterlikör, der Campari ähnelt, aber süßer ist und fast ausschließlich für die Patisserie genutzt wird.Anschließend in Hagelzucker wälzen. Dann noch hübsch dekorieren und die „pesche finte“ sind fertig.
(le finte pesche all’alchermes)

Da die Herstellung sehr aufwendig ist , habe ich noch nicht so viele Versuche unternommen die Grundmasse der Kekse zu verbessern. Im Netz gibt es zahlreiche Versionen. Einige sind mit einem Hefeteig, aber meine Tante hatte, glaube ich, einen bisquitartigen Teig. Der darf natürlich nicht zu fein sein, sonst fällt ja beim Füllen und Tunken alles auseinander. Wie Ihr ahnen könnt wird es noch einige Zeit dauern bis ich  den perfekten Teig gefunden habe.

Viel Spaß beim Nachbacken!

In der Weihnachtsbäckerei

Jedes Jahr aufs neue bekomme ich Quitten geschenkt, worüber ich mich sehr freue, da ich Quittensaft liebe. Den herzustellen ist kinderleicht, man säubert und entkernt die Quitten, die dann zerkleinert in Wasser gekocht werden. Ich persönlich lasse das Ganze noch über Nacht stehen, gieße dann den Saft ab und koche ihn mit etwas Zucker und Zitronensaft und fülle alles heiß in Flaschen. Zum besseren haltbar machen koche ich sie noch mal 30 Minuten im Wasserbad (geht auch im Backofen).

Übrig bleibt dann ein Kompott aus dem man ein hervorragendes Mus machen kann, welches man anstelle von Apfelmus verwenden kann (zum Bsp. im Kuchen). Ich püriere es nur und schmecke mit Zucker ab. Allerdings ergibt das meist sehr viel Mus, einiges fülle ich in Gläser oder friere es ein und aus dem Rest mache ich Quittenbrot, eine Art  Fruchtgummi.
Das Quittenbrot ist soweit ich weiss eine portugisische Spezialität, auch Dulce de membrillo genannt und kann so, als kleine Süßigkeit oder zu Käse gegessen werden. Die Herstellung ist allerdings sehr mühsam, da man das Mus mindestens 1,5 Stunden unter ständigem rühren kochen muss. Es ist erst gut wenn man mit dem Löffel durch den Brei geht und eine „Strasse“ stehen bleibt. Dann muss der Brei, der ca 1 – 2 cm dünn auf ein geöltes Backpapier gestrichen wird, noch ca 2 Stunden oder länger im mittelheissen Backofen trocknen.  Ich trockne das Quittenbrot noch ein paar Tage an der Luft bei Zimmertemperatur. Es ist Geschmackssache, wie weich oder hart es sein sollte.

Damit nicht genug, denn aus dem Quittenbrot werden noch Dominosteine.

duchgescnittener Dominostein

Man backt einen Lebkuchenteig als Grundlage und stapelt das Ganze mit dem Quittenbrot und Marzipan.

dominosteinschichtung

Dann muss nur noch Kuvertüre drüber.

dominosteine schokolieren

Und zum Schluss können sie zum Adventskaffee gegessen werden.

adventskerze

Dieses Jahr sind es ca 120 Stück geworden.

gestapelte Dominosteine

 

 

 

Fernweh

sommer_im_blick

Da es noch ein Weilchen hin ist, bis ich in Urlaub fahre lindere ich mein Fernweh mit einer kulinarischen Reise nach Madeira, und zum Einstimmen mixe ich mir erst mal eine Poncha. Die Poncha ist ein Cocktail aus Orangensaft, Zitronensaft, Honig und Aguardente. Aguardente, also brennendes Wasser ist ein Zuckerrohrschnaps und falls man keinen typisch madeirischen hat, kann man auch zum Cachaça greifen.

Poncha

Für eine Portion benötigt man:
2cl Orangensaft
1cl Zitronensaft
2cl Honig
2cl Aguardente
und vor allen Dingen ein wichtiges Utensil aus Holz namens Caralhinho,
was soviel wie kleiner Penis oder Pimmelchen bedeutet.
Für diese Assoziation braucht man allerdings ein bisschen Fantasie.

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Dank an Harald und Elke für diese Urlaubsmitbringsel. :-))

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Nun alles zusammen schütten und gut mixen mit dem Caralhinho. Ich habe, obwohl das nicht typisch ist, noch Eiswürfel hinzugefügt, da die Poncha mir gekühlt besser schmeckt. Da dieser Aguardente 50 Undrehungen hat und man später nicht solche Bilder sehen möchte,

psychedelisch
braucht man unbedingt etwas festes für den Magen und zwar Bolo do caco, ein Fladenbrot aus Süsskartoffeln, das dick bestrichen mit Knoblauchbutter gegessen wird.

Bolo do caco

1 kg Mehl
750 g gar gekochte Süsskartoffeln durch die Presse gedrückt
1 Hefewürfel
150 ml Wasser
1 EL Salz

Man mischt alle Zutaten zu einen Brotteig (die Hefe natürlich vorher in etwas lauwarmem Wasser auflösen) und lässt ihn dann ca. 1 Stunde ruhen. Zur Menge des Mehls möchte ich noch hinzufügen, dass ich bisher noch nie 1 Kilogramm benutzt habe, sondern höchstens 800-900 g. Am besten gibt man also das Mehl nach und nach dazu und schaut das der Teig nicht mehr klebt. Mit mehr Mehl wird der Teig etwas klobiger und ich finde den Teig fluffig besser. Es funktioniert gleichermaßen mit normalem Weizenmehl, wie auch Dinkelmehl.

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Aus dem Teig formt man Tennisball-große Kugeln und wellt sie zu einem kleinen Fladenbrot und lässt sie nochmals ca. 30 Minuten gehen. Dann werden sie auf einem Grill mit Pizzastein gebacken.

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Der Stein sollte nicht zu heiss werden, sonst verbrennen sie bevor sie gar sind, aber ich habe mir sagen lassen, dass die angebrannten wie das Original schmecken.

Bom apetite

Hijiki — ひじき

Exotisches auszuprobieren ist eine meiner Leidenschaften, und Dank der vielen netten Menschen um mich herum bekomme ich immer wieder kleine, mir fremde und die Sinne reizende Dinge geschenkt, worüber ich mich sehr freue. Das Mitbringsel aus Japan nennt man Hijiki und ist etwas, was ich wirklich noch nicht bewusst gegessen habe. Hijiki ist eine Braunalge, die reich an Kalzium, Eisen und Magnesium ist und daher sehr gesund (wenn man Fukushima und den Zustand der Weltmeere mal ausser Acht lässt). Sie ist getrocknet und sieht aus wie Teeblätter. Da ich die japanischen Schriftzeichen nicht lesen kann wurde mir übersetzt, wie ich sie zuzubereiten habe. Tatsächlich hat die Zubereitung etwas von Tee aufsetzen, aber dazu komme ich gleich. Der Seetang wird als Salat- oder Reiszutat benutzt und ich habe mich für die Salatvariante entschieden, da es mir sehr gut geschmeckt hat werde ich nun beschreiben was ich gemacht habe, um aus den Algen einen leckeren Salat zu machen.

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So sieht die Packung aus und für diejenigen, die Japanisch lesen können habe ich auch die Rückseite abgebildet.

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Auf der Packung steht glaube ich, dass man den Seetang mit heißem Wasser übergiesst und 20 Minuten quellen lässt. Ich habe mich aber an die Anleitung einer japanischen Kochbuchautorin gehalten, die schreibt man solle den Seetang ca. 10  Minuten in lauwarmen Wasser einweichen und dann abgießen, denn wenn er zu lange quillt wird er zu weich. Als Mengenangabe möchte ich noch hinzufügen, dass ich für 2 Personen einen gehäuften Esslöffel genommen habe.

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Alles weitere kennt jeder, der schon mal einen Rohkostsalat hergestellt hat.

Für zwei Personen:

1 kleine Möhre raspeln
etwas Gurke raspeln
1 rote Zwiebel in feine Halbringe schneiden
1 Hand voll Zuckerschoten in feine Streifen schneiden

Man kann natürlich auch andere Gemüse, die sich zur Herstellung eines Rohkostsalates eignen nehmen und Blattsalate ebenfalls!

Dressing:

1  Sardellefilet
2 EL Pflanzenöl
1 EL Apfelessig
etwas brauner Zucker
Pfeffer
etwas Sojasauce

Jetzt alles mischen und auf einem schönen Teller herrichten, denn darauf legt man in Japan sehr viel Wert und ich finde es auch viel netter, wenn etwas hübsch angerichtet ist.
Als Anmerkung möchte ich noch hinzufügen, dass Hijiki gar nicht so sehr nach Meer schmeckt wie ich dachte, ist also auch für Algen-Anfänger geeignet.

 

 

Farbenfroher Blumenkohl

Neulich in Thüringen habe ich bunten Blumenkohl gefunden und war von dieser Farbenpracht ziemlich begeistert. Mir blieb also nichts anderes übrig, als diese bunten Miniblumenkohlköpfe mitzunehmen.

Damit der Kohl nicht seine Farbe verliert sollte man ihn entweder Dämpfen oder einen Schuss Essig ins Kochwasser geben oder 8 Sekunden kochen, dann abkühlen lassen und hinterher gar kochen. Ich habe mich fürs dämpfen entschieden und er war nach dem Kochen genauso farbenfroh wie vorher. Serviert habe ich ihn dann mit Käsesauce und einem Olivenöl-Kartoffelstampf mit getrockneten Tomaten und frischem Bärlauch.

Ich möchte noch hinzufügen, dass der Blumenkohl doch ein bißchen anders schmeckt, als der weisse. In einer Blindverkostung konnte ich sogar die Farbe erkennen, was ich sehr erstaunlich fand, damit habe ich gar nicht gerechnet.

Da der Blumenkohl einen fraktalen Aufbau hat, habe ich auch ein paar fraktale Bilder generiert. Ich finde sie so niedlich, dass ich sie in den Reigen meiner psychedelischen Phase in meinem entstehenden Bilderbuch aufnehmen werde. Natürlich wird meine einsame Hauptdarstellerin in den Illustrationen nicht fehlen.

psychedelischer Wald

fraktaler karfiol

 

Ricotta-Gnocchi für Angsthasen

Gnocchi zuzubereiten ist meines Erachtens eine Kunst. Was weitläufig als Gnocchi bekannt ist, kommt leider als zähe Klumpen auf die Teller. Sie müssen aber zart und fluffig sein, erst dann sind sie ein Genuß. Bei den klassischen Kartoffelgnocchi heisst das: nur nicht zu viel kneten. Ricotta-Gnocchi sind fragile Geschöpfe, sie neigen genau wie Grießnocken im Wasser zu zerfallen. Um diesem Problem zu entkommen habe ich die Gnocchi im Dampf gegart – einfacher und sicherer geht´s nicht.

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250g Ricotta und ein Ei

 

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Eine Handvoll Parmesan dazugeben und mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen.

 

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Und dann nur ca. 1 Handvoll Griess dazugeben (ich habe diesmal Weichweizengriess genommen, da ich keinen Hartweizen mehr hatte).  Achtung der Griess quillt nach -> je weniger Griess man benutzt, umso fluffiger werden sie. Ich muss leider zugeben, dass ich auch weniger hätte nehmen können, daher gibt es keine genaue Grammeinheit! Immer nach der Devise „Mutig sein“!

 

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Nocken abstechen und dampfen, bis sie stocken.

 

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Die Ricotta-Gnocchi sind dann in einer Rote-Bete-Cremesuppe gelandet – Wunderbar!

 

Eine Frittata …

…nicht nur für Mädchen.

Wenn die Sonne gerade mal nicht scheint und sich das sogenannte Post-Urlaubs-Syndrom eingestellt hat, man also den Nach-dem-Urlaub-Blues bekommt, dann ist es Zeit sich die Sonne auf den Tisch zu holen. Ich habe das in Form einer Frittata gemacht, einer italienischen Variante des Omlettes. Das Rezept ist denkbar einfach, man verquirlt einfach ein paar Eier (in meinem Fall 5) gibt einen Schuß Mineralwasser oder Milch dazu, eine handvoll geriebenen Parmesan, salzt und pfeffert das Ganze und als weitere Zutaten habe ich Kartoffeln vom Vortag, Kapuzinerkresseblättchen und Blüten aus meinem Garten dazu gegeben. Das Blütenpotpourri bestand aus Zucchini-, Malven- Kapuzinerkresse- und Borretschblüten.  Die einzige Herausvorderung ist das Ausbacken in der Pfanne, da die Temperatur nicht zu stark sein darf, damit sie auch durchgart. Wer Schwierigkeiten damit hat kann sie auch im Backofen stocken lassen. Eine Frittata kann kalt oder warm gegessen werden.

frittata

Inspiriert wurde ich von einem jungen Mann, der auf einer Kölner Blumenwiese einen Wildblumenstrauß für seine Angebetete sammelte. Ein schöner und schon lange nicht mehr gesehener Anblick, der nicht nur Romantikerherzen höher schlagen läßt.  Bei mir gabs den floralen Liebesbeweis jedoch nur auf dem Teller, aber Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen.

zucchinistempel
Das sind übrigens keine Meeresmitbringsel aus dem Urlaub, sondern die Stempelchen der Zucchiniblüten.

 

 

Gratis – „Gemüse“

Pusteblume
Man sagt Wildkräuter wachsen da, wo sie gebraucht werden. Ob dies stimmt weiß ich nicht, aber eins weiß ich ganz gewiss, uns Menschen brauchen die Wildkräuter nicht, denn sie wachsen ohne unser Zutun hervorragend.

Löwenzahnblüten     Brennesselblätter
Wenn sie so zahlreich vor der Tür wachsen, warum sollte man also diese Gaben der Natur nicht annehmen?
Wie wärs also mit Cappelletti in Brodo,
gefüllt mit Löwenzahnblüten,  Brennesseln und Ricotta?
Cappelletti in brodo

ricotta und löwenzahnblüten               gedünstete Brennessel
Rezept für 2 Personen
Dazu werden 125g Ricotta mit einer Hand voll Löwenzahnblüten, 3 Frühlingszwiebeln und 3 Hd voll Brennesselblätter ( Zwiebeln und Brennesseln vorher in Olivenöl dünsten), 2 EL Parmesan, 1 Ei, Muskatnuss,  Salz und Pfeffer vermengt.
Diese Füllung reicht in etwa für Nudelteig aus ca 125g Mehl, 1 Ei und etwas Wasser.
Die fertig gerollten Nudeln in Brühe garkochen (in diesem Fall selbstgemachte Gemüsebrühe, aber eine Fleischbrühe ist sicher geschmackvoller).
Nudelfüllung                 cappelletti

 

           

 

Dampfgebäck

Dampfnudeln herzustellen lohnt sich ja nur für eine größere Anzahl an Essern, weil man den Hefeteig nicht so gut in Miniportionen machen kann. Da ich aber gerne welche esse, wir jedoch meistens nur zu Zweit sind und sie mir frisch am besten schmecken habe ich nach einer Alternative gesucht und auch eine gefunden.
Das Tolle daran ist, dass sie schnell zubereitet sind und sogar als Sonntagskuchen herhalten können, wenn unvorhergesehen Gäste vor der Türe stehen.

dampfgebaeck

 

Für die "Dampfnudeln"  (4 Personen):

40g Frischkäse
2 EL Flüssigkeit
(Ich habe 1 EL von meinem selbstgemachten Feigenlikör genommen und 1 EL Milch. Man kann aber auch Sherry, Rum, Brandy oder nur Milch verwenden.)
1 EL Pflanzenöl
3 EL Zucker
2 Eier
5 EL Mehl (ca 50 g)
1/2 TL Backpulver
Eier und Zucker aufschlagen und nach und nach Frischkäse, Flüssigkeit, Öl, und dann das mit Backpulver vermischte Mehl  dazugeben. Den Teig in feuerfeste Kaffee- oder Teetassen füllen und in einem mit heißem Wasser gefüllten Wasserbad im Backofen bei 160 Grad gar ziehen. Falls der Teig zu schnell bräunt (er soll nämlich nicht braun werden) wird entweder Alufolie aufgelegt oder man sollte die Temperatur runterstellen.
Für das Topping:
Einen gehäuften Esslöffel reine Erdnussbutter und einen gehäuften Esslöffel Frischkäse mit einem Esslöffel Zucker glatt rühren. (Wenn man schon gesüßte amerikanische Erdnussbutter nimmt bitte nicht mehr süßen)
Pflaumen-oder Erdbeermarmelade als Saucenspiegel.

Viel Spaß beim Nachmachen!

 

Gyoza – Japanische Teigtaschen

Wer mal schnell einen Abstecher nach Japan unternehmen will, ohne lange fliegen zu müssen, dem rate ich einmal in Düsseldorf im Japanviertel essen zu gehen. Eine japanische Freundin fährt dort immer hin, wenn sie von Heimweh geplagt wird und mit ebendieser waren wir in Düsseldorf in einem Ramenrestaurant essen.
Sofort nach öffnen der Restauranttür hat man das Gefühl, man sei nach Japan gebeamt worden. Am Empfang spricht man kein Deutsch und auch nur radebrechend Englisch (zumindest als wir da waren). Ramen (Lamen ausgesprochen) sind spezielle Nudeln, die in einer Misosuppe gegessen werden. Ich muss gestehen, dass ich mit der Speisekarte überfordert war und froh war japanische Unterstützung dabei zu haben. Ich hatte mir also eine Suppe ausgesucht und als Beilage wurden noch Gyoza bestellt. Gyoza sind gefüllte Teigtaschen, sie ähneln Maultaschen, Tortellini oder Pelmeni und schmecken köstlich. Sie sind halb gebraten, halb gedämpft und werden in ein Sojasaucen-Essiggemisch getunkt, bevor sie verspeist werden. Direkt infiziert von der ursprünglich chinesischen Nudelvariante wurde ein Termin zum gemeinsamen Kochen vereinbart und im Gegenzug habe ich, als halbe Italienerin, angeboten gefüllte Tortellini zu machen.

Hier nun meine Variante für ein Gyozarezept:

Teig:
300g Weizenmehl
Prise Salz
soviel Wasser, das ein geschmeidiger fester Nudelteig entsteht

Füllung:
200g Weisskohl
400g Gehacktes Halb und Halb
1TL Speisestärke
1TL Sake (ersatzweise trockener Sherry)
2 Frühlingszwiebeln
1 rote Pepperoni
ca 2 cm geriebener Ingwer
1 zerdrückte Knoblauchzehe
Sojasauce zum Würzen
1TL Sesamöl geröstet
Fischsauce
Salz, Pfeffer

Dipsauce:
pro Person  werden in einem Schälchen Sojasauce und Apfelessig gemischt und mit scharfem Chiliöl gewürzt. Ich habe 1 Eßlöffel Sojasauce mit ca 1 Eßlöffel Essig gemischt, da es ein sehr milder Apfelessig ist, aber da sollte man nach persönlichen Vorlieben gehen.

Rezept:
(Das Rezept reicht für 4 Personen, wenn man wie die Japaner aber Misosuppe und Reis dazu reicht wird es wohl auch für 6 Personen ausreichen sein.)

Den Nudelteig herstellen und mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
Den Weißkohl fein hobeln und mit Salz so lange stehen lassen bis er Wasser zieht, dann das Wasser aus dem Kohl drücken und den gehobelten Kohl fein hacken und mit den restlichen Zutaten mischen.
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Nun beginnt der schwierige Teil – das Ausrollen des Nudelteigs und das Falten der Gyoza.
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Die Japaner teilen den Teig in kleine Kugeln und rollen jede Teigplatte einzeln, ich dagegen habe den Teig mit der Nudelmaschine ausgerollt und mit einem Wasserglas die Teigplattten ausgestochen. Die Teigplatte habe ich dann mit einem Teelöffel von der Füllung belegt und gefaltet.
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In einer Pfanne mit etwas Öl werden die gefüllten Nudeln bei mittlerer Hitze angebraten bis sie goldbraun sind und dann gießt man etwas heißes Wasser dazu und legt sofort den Deckel auf und dämpft sie bis sie gar sind. Das dauert je nach Größe ca 6-8 Minuten. Nun wird der Deckel wieder abgenommen und man lässt sie solange weiterbraten bis sie wieder knusprig  und schön gebräunt sind.
Nun kann gegessen werden.
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